Bei sensomotorischen Einlagen tauchen bei Eltern und Erwachsenen oft dieselben Unsicherheiten auf.
Welche Einlagenart tut was und woran wird entschieden, welche zu mir oder meinem Kind passt?
Reagiert die Muskulatur auf diese Reize tatsächlich oder wird nur der Fuß gequält?
Wächst sich das nicht von alleine aus? Knick-Senk-Fuß, Zehenspitzengang, auffälliges Gangbild — viele Eltern fragen sich, ob sensomotorische Einlagen beim Wachstum mitwirken oder ob sie dem Kind etwas zumuten, das nicht nötig wäre.
Unterstützt die Zehen in ihrer natürlichen Abrollbewegung und entlastet den Vorfuß.
Pelotte
Hebt das Quergewölbe an und reduziert Druck im Vorfußbereich.
Stabilisiert das Längsgewölbe des Fußes und fördert eine physiologische Fußstellung.
Sensomotorische Einlagen sind keine Standardprodukte. Wirkung entsteht nur, wenn vorher feststeht, was sie verändern sollen.
Wenn Ziel, Dosis und richtige Anwendung zusammenkommen, kann die Muskulatur das tun, wofür sensomotorische Einlagen gemacht sind: mitarbeiten.
Bei Sensomotorik entscheidet weniger die Einlage als das, worauf sie aufbaut.
Im ersten Gespräch klären wir Beschwerden im Alltag. Bei Kindern fragen wir Eltern nach Entwicklung, Gangbild und alltäglichen Auffälligkeiten. Daraus ergibt sich, was die sensomotorische Einlage verändern soll.
Wir vermessen den Fuß digital und schauen uns die Druckverteilung im Stand und beim Gehen an. Wo die Muskulatur schon mitarbeitet und wo nicht, lässt sich oft erst in Bewegung erkennen.
Wir schauen uns die Schuhe an, in denen die Einlage später arbeiten soll — Innenraum, Volumen, Sohle.
Auf Basis unserer Analyse, des Versorgungsziels und der Schuh-Vorgaben fertigt unser Partner Ihre Einlage.
Sensomotorische Einlagen werden stundenweise getragen — meist zwei Stunden am ersten Tag, dann schrittweise mehr. Drückt ein Reiz zu stark oder bleibt die Wirkung aus, justieren wir in unserer Werkstatt nach. Bei größeren Ausnahmefällen geht die Einlage zurück zum Fertigungspartner.
Sensomotorik wirkt nicht ab dem ersten Tag. Aber wer dranbleibt, merkt nach einigen Wochen oft, was sich verändert hat — am Gangbild und am Gefühl beim Gehen.
Manchmal reichen stützende Einlagen, manchmal sind sensomotorische der Weg, manchmal ergänzen sich beide. Eine Ganganalyse zeigt, was Füße und Beine beim Gehen tatsächlich machen und woran eine Einlage ansetzen kann.
Grundsätzlich leider nein. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen offiziell keine Kosten für eine sensomotorische Einlagenversorgung. Wir bieten Ihnen aber gerne an, trotzdem einen Kostenvoranschlag bei Ihrer Krankenkasse anzufragen – in Einzelfällen wird ein Teilbetrag dann doch erstattet.
Sie zahlen die Kosten vollständig bei Erhalt ihrer sensomotorischen Einlagen und bekommen von uns ein zusätzliches Rechnungsduplikat, wenn ein Privatrezept vorhanden mit integrierter Rezeptnummer, und können diese dann nachträglich bei ihrer privaten Krankenkasse einreichen. Inwieweit die Kosten erstattet werden hängt dann von ihrem Versicherungsvertrag ab. Dies können sie selbstverständlich auch vorab bei Ihrer privaten Krankenkasse erfragen, welche Voraussetzungen für eine Kostenübernahme gegeben sein müssen.
In der Regel ab dem Alter, in dem das Kind sicher und stabil gehen kann — meist ab drei bis vier Jahren. Vorher entwickelt sich der Fuß noch sehr stark, vieles relativiert sich von selbst. Bei deutlich auffälligem Gangbild, Knick-Senk-Fuß oder Zehenspitzengang kann eine Versorgung früher sinnvoll sein. Das klärt zunächst der Kinderorthopäde. Wir richten uns nach der ärztlichen Einschätzung.
Bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren sind sensomotorische Einlagen nicht angezeigt. Die Muskulatur entwickelt sich in dieser Phase über die natürliche Bewegung am besten.
Solange das Kind wächst, im Schnitt alle sechs bis zwölf Monate — abhängig vom Wachstumsschub und der Fußentwicklung. Die Einlage muss zu den aktuellen Fußgewölben und zum aktuellen Bewegungsmuster passen. Eine zu klein gewordene Einlage verliert ihre Wirkung; eine, die zum alten Bewegungsmuster passt, hilft bei neuen Bewegungsmustern nicht mehr.
Eine sensomotorische Einlage wirkt nicht durch Stützen, sondern durch Reize, auf welche die Muskulatur reagieren muss. Das braucht Zeit: Erste Veränderungen im Tragegefühl bemerken viele nach zwei bis vier Wochen. Veränderungen am Gangbild oder an Beschwerden zeigen sich meist nach acht bis zwölf Wochen.
Bei Kindern verläuft die Anpassung oft schneller, weil die Muskulatur lernfähiger ist. Bei Erwachsenen mit eingefahrenen Bewegungsmustern braucht es entsprechend mehr Geduld.
Sensomotorische Einlagen wirken über Wiederholung. Die Muskulatur lernt nur, wenn sie regelmäßig die richtigen Reize bekommt. Wer die Einlage nach der Eingewöhnungsphase nur ab und zu trägt, gibt der Muskulatur kein klares Signal — die Anpassung bleibt aus oder dauert deutlich länger.
Wichtig: Konsequenz heißt nicht „so lange wie möglich“. Am Anfang werden sensomotorische Einlagen nur stundenweise getragen — meist zwei Stunden am ersten Tag, dann schrittweise mehr. Das ist keine Vorsicht, sondern Teil des Wirkprinzips. Eine zu früh überforderte Muskulatur reagiert mit Druckstellen, Verkrampfung oder Ablehnung. Erst wenn der Fuß die Reize gut verarbeitet, wird die Tragezeit ausgeweitet.
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