Das Schienbeinkantensyndrom, auch als „Shin Splints“ bekannt, beschreibt belastungsabhängige Schmerzen entlang der inneren Schienbeinkante. Die Beschwerden treten häufig bei sportlich aktiven Menschen auf, insbesondere bei Lauf- oder Sprungbelastungen. Typisch ist ein ziehender oder stechender Schmerz, der zunächst nur während der Aktivität auftritt, sich im Verlauf jedoch auch in Ruhe bemerkbar machen kann.
Ursächlich ist meist eine Überlastung der Muskulatur und Sehnenansätze am Schienbein. Wiederholte Stoßbelastungen, eine plötzliche Trainingssteigerung oder ungeeignetes Schuhwerk können die Beschwerden begünstigen. Auch Fehlstellungen der Füße, wie ein Senk- oder Knickfuß, führen oft zu einer veränderten Belastung und erhöhen den Zug auf die betroffenen Strukturen.
Eine genaue Analyse des Lauf- und Bewegungsverhaltens sowie der Fußstatik ist entscheidend, um die individuellen Ursachen zu erkennen. Moderne Messverfahren zeigen, wie sich Belastungen auf den Unterschenkel auswirken und wo es zu Überbeanspruchungen kommt. So kann die Therapie gezielt ausgerichtet werden.
Individuell angepasste Einlagen, eine Optimierung des Trainings sowie gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen können helfen, die Belastung zu reduzieren und die betroffenen Strukturen zu entlasten. Ergänzend tragen passende Schuhe und eine angepasste Trainingssteuerung dazu bei, erneuten Beschwerden vorzubeugen.
Frühzeitig reagieren lohnt sich – so lassen sich längere Trainingspausen oft vermeiden. Für mehr Belastbarkeit und ein gutes Gefühl bei jeder Bewegung.